In Sundwig geboren: Friedrich von Romberg (1729-1819), der Sklavenhändler aus dem Sauerland und Mitbegründer von Stephanopel


von Friedhelm Groth
(Zusammenstellung meiner bisherigen Recherchen zum Thema - neuester Stand der Forschung nach den Arbeiten von Dr. Magnus Ressel - Stand Ende Februar 2021)

Viele der unten genannten Links haben es mit Stephanopel zu tun und kommen auf meiner Website www.stephanopel.de vor.



Friedrich von Romberg - Screenshot aus der unten genannten Videoserie von Dr. Magnus Ressel



Seit dem Jahr 2012 ist im Raum Hemer über die historische Gestalt des Friedrich Romberg (ab 1784: Friedrich von Romberg) einige Male etwas veröffentlicht worden. das den in Sundwig geborenen Kaufmann, Transportunternehmer, Reeder und Sklavenhändler in seiner Heimat neu in Erinnerung brachte.

Ausgangspunkt war Anfang 2012 mein  Aufsatz in der Heimatzeitschrft "Der Schlüssel": "Haus Stephanopel. Geldgeber Friedrich von Romberg und der internationale Sklavenhandel. Was das auffällige Halbrelief am Haus Stephanopel 61 zu erzählen hat" (dieser Aufsatz aus: Der Schlüssel 1/2015, S. 2–19, ist als PDF-Datei mit Abbildungen HIER zu haben). In diesem Aufsatz trat kritisch vor Augen, dass - anders als in der Heimatkunde in früheren Jahren - Romberg nicht in erster Linie zu sehen ist als der verehrenswürdige Hemer-Promi und Wohltäter, sondern sehr wohl auch als Sklavenhändler im großen Stil, der für Unheil und Tod vieler geknechteter Menschen verantwortlich war. Diese neue kritische Sicht im Blick auf Rombergs Sklavenhandel teilte der genannte Schlüssel-Aufsatz auch mit dem Friedrich-von-Romberg-Artikel aus Wikipedia. Zudem wurde in diesem Schlüssel-Artikel von 2012 aufgedeckt und dokumentiert, dass Rombergs Geburtshaus in Sundwig das - natürlich vielfach umgebaute - Haus der heutigen Pizzeria Alessandro in der Hönnetalstraße in Hemer ist.

Eine größere Öffentlichkeit wurde am 23.04.2015 in einem überörtlichen Artikel in der Westfälischen Rundschau und im Iserlohner Kreisanzeiger vom damaligen Kultirchef der WR, dem Journalisten  Andreas Thiemann über Friedrich Romberg informiert. Der Titel von Thiemanns  Artikel über meine Romberg-Recherchen war: "Friedrich von Romberg - Der Sklavenhändler aus dem Sauerland" (mit Bildern HIER zu sehen).

Am 28.09.2015 hatte ich im Rotary-Club Hemer einen Vortrag über Friedrich von Romberg zu halten, den man seitdem in einer Webversion und in einer PDF-Version im Internet lesen und betrachten kann.  Thema dieses Vortrags: "Friedrich von Romberg, der Sklavenhändler aus dem Sauerland - unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte Stephanopels..." - in der mit vielen Bildern versehenen Webversion HIER zu finden und als ebenso bebilderte 25-seitige PDF-Version HIER.

Im Frühsommer 2019 wurde ich über Romberg in der "Aktuellen Stunde" von WDR 3 in Hemer in der Friedrich-von Romberg-Straße interviewt, wie man HIER hört und sieht. Dieser Beitrag in der "Aktuellen Stunde" ging aus von den rassismuskritischen Unruhen in den USA nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd.

Ein junger Fachhistoriker aus Frankfurt, Privatdozent Dr. Magnus Ressel, hat sich inzwischen in einem außerordentlich umfangreichen Projekt dran gemacht, eine historisch gegründete Biografie über Friedrich von Romberg zu schreiben, eine Biografie, in der er nicht nur als  der "böse Bube" dargestellt wirdt, sondern auch darüber hinaus in seiner geschichtlichen Bedeutung umfassend gewürdigt wird. Das geht bei Ressel unter anderem bis hin zu  dessen Untersuchungen zu Rombergs wichtigem und intensiven Kontakt zu Kaiser Joseph II. (der den in Sundwig Geborenen übrigens einmal in Paris seiner Schwester Marie Antoinette vorstellte mit den Worten, er habe das Vergnügen, ihr "den größten Kaufmann in meinen Staaten" vorzustellen).

Im Zusammenhang mit seinem Romberg-Projekt hat Ressel im Auftrag der Gerda-Henkel-Stiftung eine Reihe von sechs Videos zur Vita von Friedrich von Romberg drehen lassen, und in der Zeit dieser Dreharbeiten  führten Ressel und ich ein längeres Gespräch in Sundwig in jener Pizzeria, die das Rombergsche Geburtshaus ist, ein Gespräch, das durch umfangreiche Korrespondenz zwischen Frankfurt und Sümmern ergänzt wurde.

Hier folgen nun alle sechs Episoden über das Wirken von Friedrich von Romberg, in denen in Episode 1 zum Geburtshaus in Sundwig und in Episode 3 zum Patrizierhaus in Stephanopel Dr. Ressel implizit auf meine genannten Romberg-Arbeiten zurückgreift; ein drittes Mal kommt die Hemersche Heimat in Folge 5 vor (gezeigt wird da Archivmaterial aus dem Kirchenarchiv der Lutherischen Kirchengemeinde Hemer, nämlich aus der Wulfert-Chronik, das ich Dr. Ressel  zur Verfügung stellte).

Friedrich von Romberg, ein deutscher Sklavenhändler - die sechs Episoden, die Dr. Magnus Ressel gestaltete
Episode 1 - Aufstieg zum Geschäftsmann - auch über die Pizzeria Alessandro in Sundwig, dem Geburtshaus - 5:16 Min. HIER zu sehen und zu hören
Epsode 2 - Der Weg zum Reichtum - 7:24 Min. HIER zu sehen und zu hören
Epsode 3 - Am Gipfel - auch über die gegründete Garnbleiche in Stephanopel und das dorige Patrizierhaus 7:04 Min. HIER zu sehen und zu hören
Episode 4 - Am Abgrund - 4:54 Min. - HIER zu hören und zu sehen
Episode 5 - Der tiefe Fall - 5:48 Min. - auch über die sauerländische Heimat und Archivmaterial aus Hemer - HIER zu hören und zu sehen
Episode 6 - Das Generalinterview mit PD Dr. Magnus Ressel zum Thema Friedrich von Romberg  - 17:31 Min. HIER zu hören und zu sehen

Vgl. zum Thema auch Dr. Magnus Ressels sehr umfangreiche Darstellung der Aktivitäten Friedrich von Rombergs an anderer Stelle der gleichen Webseite HIER:
https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/altesreich_sklavenhandel_ressel

Auf der Grundlage all dieser Informationen hier wird der Journalist Andreas Thiemann aus Iserlohn-Letmathe einen großen Artikel über diesen Friedrich von Romberg aus Sundwig für die überregionale digitale Sonntagszeitung der Funke Mediengruppe verfassen.

Das Bild, das in Stephanopel am Patrizierhaus an Friedrich von Romberg und an Kolonialismus erinnert: das Halbrelief "Zum Vorgebirge der guten Hoffnung"