"daß ich die Liebí, von der ich lebí, liebend an andere weitergeb"

Trauungsgottesdienst am 14. August 1999 Stephanuskirche Deilinghofen
Mark Gerres und Cornelia Gerres, geb. Stamm

Links zum Eishockey und alles andere unten auf dieser Seite - "nach dem Gottesdienst"... :-)
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Die neutestamentliche Lesung vor der Traupredigt ist das sog. "Hohelied der Liebe" von Paulus, 1. Korinther 13, 1-13 (kursiv gedruckt der von den Beiden ausgewählte Trautext):

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf,
wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Danach, dazu passend, Liedstrophe vor der Traupredigt; es handelt sich dabei um einen Kanon, der kürzlich in Deilinghofen komponiert wurde (von der Presbyterin Karin-Heß-Wendel) zum Frauenhilfsjubiläum 90 Jahre Frauenhilfe Deilinghofen. Als dieser Kanon hier im Gottesdienst und in der Predigt vorkam, das war Sonntag vor acht Tagen, da wünschten Conny und Mark, daß er auch bei ihrer Hochzeit gesungen würde; jetzt steht als Überschrift über unserem Liedblatt (und als Zuammenfassung des Inhalts der Traupredigt für Conny und Mark!) eine Zeile dieses Kanons, nämlich:
"daß ich die Liebí, von der ich lebí, liebend an andere weitergeb"

Der Text des Kanons lautet: Das will ich mir schreiben in Herz und in Sinn, / daß ich nicht für mich auf Erden bin,/ daß ich die Liebí, von der ich lebí, / liebend an andere weitergebí.
 


Traupredigt Mark und Cornelia Gerres, 14. August 1999

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Hl. Geistes sei mit Euch Beiden und mit euch allen. Amen.

Liebe Festgemeinde hier in der schönen Stephanuskirche zu Deilinghofen, liebe Cornelia und lieber Mark an Ihrem großen und wichtigen Tag!
Für Sie beide, wohnhaft in Iserlohn mit ganz besonderen Drähten nach Deilinghofen, ist von unserer Gemeinde diese besondere neue Traubibel hier, die Sie nach der Trauung als Geschenk erhalten werden. Eine besondere Traubibel, eine Familienbibel, in der man später einmal die ganze Chronik Ihrer Familie eintragen kann, alles, was noch kommt... Und besonders an dieser Traubibel ist auch, daß hier das Lesezeichen bei 1. Korinther 13 ist. Und da ist Ihr Trau-Text, ihr ausgewählter Denkspruch zur Trauung (der lang ist und 5 Verse jenes Liebesliedes umfaßt) mit gelben Leuchtstift strahlend hervorgehoben, und da steht das Datum von heute dran: "14.8.1999", so daß Ihnen dieser Text auch über den heutigen Tag möglichst oft in die Augen fällt und in Ihrem Leben zum Strahlen kommt. So lese ich hier Ihren Trau-Text, 1. Korinther 13, 4-8, da schreibt Paulus in seinem "Hohenlied der Liebe":

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf.

Liebe Conny, lieber Mark, wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über, sagt man. Und dieser lange Satz, der die Liebe preist, ist wohl so was: Da beschreibt einer was, das er in immer neuen Bildern zeigt. Da beschreibt einer das, was ihm Herzenssache ist: Ich habe da eine große Liebe gefunden, die was in mir bewirkt und durch mich was tut, eine Liebe, von der ich euch was rüberbringen will. Ja, so versteh ich Euern Trauspruch, diesen langen Satz aus vielen kleinen Sätzen: wenn man da nicht von Anfang an spürt, wie sehr das Herzenssache ist, wie dem das Herz voll ist, dem Paulus, wie da was aus ihm raus will von dieser großen Liebe, die in sein Leben kam und sein Leben bestimmt, dann bleibt alles andere hohl, was da an feierlichen Worten von Liebe gesagt wird.

Ja, und um diesen Text zu erläutern und um ihm auf die Spur zu kommen, da muß ich mir weltliche Beispiele nehmen, da muß ich mir das an Gleichnissen klar machen, was da mit diesen Sätzen gemeint ist.

Das schönste Gleichnis dazu sitzt zwei, drei Meter vor mir, Ihr beide seid es. Zwei passionierte Eishockey-Fans, die ohne die Iserlohner Eishalle vermutlich niemals getroffen hätten, die die Liebe zum ECD bzw. IEC zusammengebracht hat und die heute hier den bisherigen Höhepunkt ihrer Liebesgeschichte feiern, in Deilinghofen, einem Ort, der ja mit Eishockey traditionell viel zu tun hatte.

Ich will es mal genauer sagen: Wenn wirklich Liebe leidenschaftlich ein Leben bestimmt, dann ist es eben so, daß das Herz voll ist und der Mund übergeht, das fängt ja schon bei der Liebe zum Eishockey an, da weiß ich auch was von, und das ist erst recht so bei der Liebe zwischen Euch beiden, wie ich mitbekam. Montagabend haben wir über vier Stunden lang zusammengesessen, und sehr bald in diesem Gespräch war es mir, als würde ich Euch ewig schon kennen. Und das Interessante war, daß besonders Mark immer wieder an plastischen Beispielen und Erlebnissen beschrieben hat, was ihm seine Conny wert ist - eben genau nach dem gleichen Schema: daß wem das Herz voll ist, der Mund über geht... Und Sie, Cornelia, machten es genauso, als Sie das mit Ihrem Anfangstag schilderten, jenem 6.9.95 vor fast vier Jahren. In der Eishalle, ich kann es mir bestens vorstellen, das Freundschaftsspiel des IEC gegen Krefeld. Zufällig beide im gleichen Block, einige Reihen auseinander, und sie regt sich fürchterlich auf, daß sie dem heimischen Torhüter Hellmann Schuld an einem Tor geben; er wird auf die Proteste der jungen Frau aufmerksam und gibt ihr recht, und diese schöne und eigentlich äußerst seltsame Anfangsbegebenheit ist dann sozusagen das "einleitende Bully" zum gemeinsamen Fan-Sein, und zu viel mehr, wie wir wissen. Ja, genauso plastisch schilderten Sie, lieber Mark es, daß es dann noch einige gemeinsame Spiele in der Halle dauerte, 12 oder so, bis sich Conny ganz für Sie entschieden hat, und dann mindestens im Januar/Februar 1996 war es eben nicht nur gemeinsames Fansein und gemeinsames Spiel, da war es nicht nur Eishockey-Liebe, sondern eine Liebe zwischen Ihnen beiden, daß sie wußten: etwas Besseres konnten wir gar nicht finden als dies: die große Liebe unseres Lebens.

Wie sagte ich eingangs: Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Das ist so bei Liebe, wenn sie Herzenssache ist. Und als sie beide dann von sich weiter erzählten, da merkte man es Ihnen an, wie wichtig Sie inzwischen füreinander geworden sind, wie sehr z.B. auch die ruhige Art von Mark und sein Einfühlsam-Sein auch eine Bremse sein kann und ein Korrektiv für Conny darstellt, wenn sie allzu sehr als Energiebündel einmal temperamentvoll wird und vieles andere, was bei Ihnen ergänzend bestens zusammenpaßt. Ich belasse es bei diesen Andeutungen. Und das meiní ich wirklich, daß man Ihnen das aus Ihren Worten abspürt, daß da Liebe etwas verändert hat. Und was Worte nicht sagten, verrieten Gesten der Körpersprache, daß da am Montag den ganzen Abend bei unserm schönen Gespräch sich Ihre Hände immer wieder fanden, vielleicht ohne es bewußt zu merken, und daß das auch ohne Worte hieß: "Wir bleiben zusammen!"

Ja, dieses Gleichnis, das zwei, drei Meter vor mir sitzt, das kann man sehr gut als anschauliches Beispiel nehmen, um sich das mit der Liebe klar zu machen, was da in dem Trautext 1. Korinther 13 gemeint ist. Denn, wenn da am Anfang dieses schönen Textes der Paulus schreibt:

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

dann sind das auch nicht nur schöne Worte, dann ist das eine Liebesgeschichte, die da gemeint ist, eine Liebesgeschichte, die man erzählen kann.

Für diese Liebesgeschichte gibt es in seinem Lebenslauf auch sozusagen ein "Anfangs-Bully", eine Startschuß, mit dem alles losging, daß er, der Christenhasser, der damals noch Saulus hieß, mit dem Gott der Christen nichts am Hut haben wollte. Und dann der Startschuß für die große Wende: Saulus auf dem Weg nach Damaskus, auf dem Weg, Christen zu binden und gefangenzunehmen, ihnen den Garaus zu machen, hat seine große Gottesbegegnung, daß der lebendige Christus ihm aufgeht wie ein Licht, ihn beim Kragen packt und ihn anspricht: "Saul, Saul, was verfolgst du mich"; und ein von Christus am Kragen gepackter Saulus wird da in seiner Bekehrung zum Paulus, ein Verfolger wird zum Nachfolger, ein Schuldiger wird frei, frei durch eine ganz große Liebe, die da neu in sein Leben gekommen ist, eine Liebe, die dann durch diesen Paulus einfach raus mußte, zu den andern Menschen hin, daß er die Liebe, von der er lebt, liebend an andere weitergibt, diese Liebe, die da in 1. Kor. 13 "AGAPE" im griechischen Urtext heißt, ja, und jeder Satz, der da in Euerm Trau-Text steht, meint diese Geschichte: daß eben "Jesus finden" Liebe freisetzt. Das heißt AGAPE. Daß ich dann anderen vergeben kann, wie er mir vergeben hat, daß ich dann andere annehmen kann, wie er mich angenommen hat, daß ich dann mich nicht erbittern lasse und das Böse nicht zurechne, wie er mir mein Böses nicht zurechne, daß ich dann mich nicht freue an der Ungerechtigkeit, sondern an der Wahrheit, wie es da in Euerm Trau-Text heißt, eben weil ich nach Jesu Maßstab der Liebe leben kann, daß Gottes Wille geschehe - wie im Himmel, so auf Erden, und daß ich dann weiß, wie der letzte Satz Eures Textes heißt: Die Liebe hört niemals auf, denn Jesu Liebe, die Liebe dieses Herrn, die reicht von damals vom Kreuz von Golgatha, wo er in seiner Liebe für uns litt und starb, bis mitten in unser eigenes Leben hinein, und darüber hinaus, bis zu unserm Tod, wenn wir ihm vertrauen, und über unsern Tod hinaus, auch dann, wenn der Tod uns scheidet - bis in seine Ewigkeit!

Genau diese Liebe, lieber Mark, liebe Conny, ist hier in Euerm Trau-Text gemeint! Ihr beide, die Ihr Euch liebhabt, sollt in Eurer Liebe, mit diesem Jesus verbunden sein, daß seine Liebesgeschichte Eure Liebesgeschichte umfängt. Genau dazu sollt und dürft Ihr hier Ja sagen, Ja, mit Gottes Hilfe. Nun sind wir kein Paulus, der so dramatisch den Beginn seiner Liebesgeschichte im Glauben erlebt hat, aber echter Glaube hat immer was von Paulus: daß einem das Herz voll ist und der Mund übergeht, daß man es erlebt und spürbar erfahren hat, dieser Jesus ist nicht ein Wort von gestern, sondern eine Macht und ein Fundament für ein Leben mit Sinn, für heute und für morgen. Wenn er mich nicht auch so beim Kragen gepackt hätte, mir an tiefsten Punkten gezeigt hätte, daß seine Liebe ein Fundament hat und daß Zu-ihm-Beten den größten Halt der Welt gibt, und einen freisetzt, in Liebe zu leben und seine leidenschaftliche Liebe weiterzugeben. Ja, wenn diese große Liebe nicht wär, dann stände ich nicht hier, dann wäre ich in meinen eigenen Krisen und Lebensschrammen längst versackt! ja, das ganze kann man wirklich am besten in dem Kanon-Text von eben ausdrücken, den wir sangen: "daß ich die Lieb von der ich leb, liebend an andere weitergeb".

Es war gut, da unter sechs Augen am Montagabend über Glauben reden zu können, von dieser lebendigen Liebesgeschichte reden zu können, die Zukunft hat! Eben, weil ER, Jesus Christus, lebt und Zukunft hat!

Ich wünsch Ihnen beiden und uns andern hier lebendige Erfahrungen mit seiner Liebe, Erfahrungen, die Spuren mitten im Leben hinterlassen, Spuren dieser leidenschaftlichen Liebe, die Ihre Liebe umfängt und von der er am End eIhres Textes heißt: die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf.

Gott segne Sie in dieser Liebe. Amen.
 
 
Hier einige ECD-Links:
Zuerst Joergs blauweisse "Nr. 5-Seite" (Joerg fand "Unterschlupf" bei Pastoerchen zu Hause...): http://surf.to/ecd

Dann die zum 40jährigen Bestehen des ECD von der Provider-Firma Centernet erstellte Seite: Homepage der ECD-Traditionsmannschaft mit Darstellung von deren Eis-Aktivitäten in den 90er Jahren bis in die Gegenwart 

Hier gesammelte Fotos der Spieler unserer Traditionsmannschaft: Welche Uralt-Deilinghofer heute noch aktiv sind