Am Ende des 19. Jahrhunderts ein Deilinghofer Pfarrer aus adliger Familie
Zum Wirken des Paul von Ciriacy-Wantrup
im Dorf am Felsenmeer von 1894 bis 1900

von Friedhelm Groth

Original im Deilinghofer Käseblättchen im April 2017

 


Zum Thema Käseblättchen vgl. auch www.kaeseblaettchen.de - diese Webseite als PDF-Datei: http://www.pastoerchen.de/Ciriacy-W.pdf


 

Zu den Fotos: Paul von Ciriacy-Wantrup und seine aus Bielefeld stammende erste Ehefrau Clementine Luise von Ciriacy-Wantrup, geb. Schrader - beide heirateten 1894 im ersten Deilinghofer Jahr und ließen diese Fotos beim Iserlohner Fotografen Carl Kuiper anfertigen. (Die Bilder erhielten wir seinerzeit als Geschenk von R. Hegemann aus Westig.)


Einleitendes

Die beiden Vorgänger im Amt Pfr. Max Johannes Josephson und Pfr. August Witteborg hatten sich beide um die Dorfjugend in besonderer Weise gekümmert. Wie im "Käseblättchen" in den beiden vorigen Folgen auch zu lesen war, hatte Josephson 1881 den Jünglingsverein gegründet, den späteren CVJM Deilinghofen, und in Kunsemüllers Amtszeit wurde das Vereinshaus dieses Vereins, das "alte Martin-Luther-Haus" gebaut und am 4. September 1887 eingeweiht. Beide Pfarrer setzten sich auch als Vorsitzende für den Verein der jungen Männer ein. Daneben war (auch in der Zeit von Max Johannes Josephson) ein Jungfrauenverein in Deilinghofen ins Leben gerufen worden.
Der hier vorzustellende den beiden Genannten nachfolgende Pfarrer widmete sich in besonderer Weise der Arbeit mit Kindern; in der Chronik des Heimatforschers Herbert Schulte heißt es: "Pfarrer v. C.-W. führte den Kindergottesdienst in Deilinghofen ein".
Mit Kindern, Schule und Pädagogik hatte von Ciriacy-Wantrup in seinem Leben eine Menge zu tun, wie im Weiteren anzudeuten ist.


Von Danzig bis Deilinghofen - zu Paul von Ciriacy-Wantrups früher Zeit von 1865 bis 1894
Geboren wurde Friedrich Eugen Ludwig Paul von Cyriacy-Wantrup am 15. Mai 1865 in Danzig als Pfarrerssohn. Sein Vater wurde später Geheimer Regierungs- und Schulrat in Minden und Arnsberg. In Arnsberg machte der Sohn Paul auch sein Abitur. Er muss ein guter Schüler gewesen sein, denn uns liegt die gedruckte Einladung zur Abiturfeier vom Arnsberger Gymnasium Laurentianum vor: Am 8. Mai 1886 durfte bei der Entlassfeier der Abiturient Paul von Cyriacy-Wantrup einen Vortrag halten. Das Thema lautete: "Was man ist, das blieb man andern schuldig". Im gleichen Jahr begann Paul sein Theologiestudium in Greifswald und in Berlin (1886 bis 1888). In Münster legte er sein erstes Examen Ostern 1890 ab, danach wirkte er als Lehrer und Vikar in Langendreer, woraufhin seine Hilfspredigerzeit in Bielefeld-Altstadt folgte. Dazwischen fand das zweite theologische Examen im Jahr 1892 statt.


Aus den sechs Jahren in Deilinghofen: 1894 bis 1900
Und dann kam die entscheidende erste "richtige" Stelle: bei uns in Deilinghofen! Paul von Ciriacy-Wantrup wurde am 23. Mai 1894 vom Iserlohner Superintendenten Pickert in der Deilinghofer Stephanuskirche ordiniert und als Pfarrer eingeführt.
Ein zweites wichtiges Ereignis folgte im August des gleichen Jahres: Der frischgebackene Deilinghofer Pfarrer wurde Ehemann; in Bielefeld fand die Hochzeit mit der aus dieser Stadt stammenden Clementine Luise Schrader (Foto auf der vorigen Seite) statt, die er in seiner Hilfspredigerzeit kennengelernt hatte.
Die Ehe der beiden war kurz und blieb kinderlos, und sie umfasste lediglich die sechs Deilinghofer Jahre und ein weiteres Jahr in Langenberg: im September 1901 starb Clementine Luise von Ciriacy-Wantrup im Alter von nur 35 Jahren.
Was die Gemeindearbeit von Paul von Ciriacy-Wantrup anbelangt, so blieb bei ihm wie bei seinen beiden Vorgängern der Hauptakzent gleich: Jugendarbeit - das blieb in der Deilinghofer Gemeinde weiter bestimmend. Aus der Personalakte von Ciriacy-Wantrups (gelagert im landeskirchlichen Archiv in Bielefeld, uns freundlicherweise zugesandt in einer sehr umfangreichen Mail) erfahren wir u.a. in einem Schreiben des Königlichen Konsistoriums in Münster vom 4. Juli 1895, dass die vorangegangene Kirchenvisitation in Deilinghofen sehr erfreulich verlaufen war und dass der neue Pfarrer ein hervorragendes Zeugnis erhielt: Lobend wird erklärt, "daß der junge Pfarrer das von seinem Vorgänger treulich gepflegte Werk des innern und äußern Aufbaus der Gemeinde mit Ernst aufgenommen hat". In dem Zusammenhang wird in jenem Schreiben die Ausrichtung der Jugendarbeit besonders hervorgehoben, dass der neue Pfarrer in beiden Vereine (Jünglingsverein und Jungfrauenverein) die jungen Leute zusammenkommen lasse, aber wohlgemerkt nicht nur die Konfirmierten: löblich sei, "daß die Kinder in einem Kindergottesdienst gesammelt, in der Erkenntnis des göttlichen Wortes gefördert und in der Liebe zum Heiland gestärkt werden".


Die Zeit nach Deilinghofen - eine sehr interessante Nachgeschichte, die bis zum Enkel des Adligen in die Gegenwart reicht…
Beim Heimatforscher Herbert Schulte liest man in dessen Deilinghofen-Chronik nicht mehr allzu viel über die weitere Zeit von Paul von Ciriacy-Wantrup: lediglich dass dieser 1900 Pfarrer in Langenberg im Rheinland wurde und dass er im November 1903 dort die Fabrikantentochter Emilie Colsman heiratete (übrigens Milly genannt; 1880 bis 1954). Ferner vermeldete Schulte den Ruhestand des Pfarrers im Juni 1912 und den Tod des 61-Jährigen am 10. September 1926 an seinem letzten Wohnsitz in Bonn.
Doch kann man sehr viel mehr über den späten von Ciriacy-Wantrup erfahren und aussagen!
Zum einen existiert ein schönes gedrucktes Bändchen mit zehn Langenberger Predigten, die er 47-jährig 1912 anlässlich seiner Pensionierung herausgab: "Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?". Diese Predigten hat der Schreiber dieser Zeilen vor über 20 Jahren antiquarisch gekauft, und man kann den Inhalt so zusammenfassen: Es sind hervorragende engagierte Predigten, die heute noch ansprechen.
Die sehr frühe Pensionierung könnte auf eine Erkrankung zurückzuführen sein. Seine erwähnten glaubensfreudigen Predigten sind indessen keineswegs Zeugnisse von Resignation und Aufgabe.
Auch darüber hinaus blieben Fragen zu diesem Deilinghofer Pfarrer offen. Ein Adliger in unserem Bauerndorf, was hat es mit diesem "von" auf sich? Und: Wo rührt dieser seltsame Doppelname her? Internet-Recherchen führten große Schritte weiter; Einsichten in diversen Adelskalendern zeigten: Dieser Deilinghofer Pfarrer ist Träger eines großen Namens.
Bei "Google" begegneten uns auch einige Interessante Zeitgenossen, die diesen besonderen adligen Namen tragen, allesamt augenscheinlich erfolgreiche Leute, von denen wir mit einigen telefonischen Kontakt aufnahmen und Interessantes zu der Familie und ihrer Geschichte erfuhren.
Auf diesem Weg kamen wir nach Franken in die Nähe von Nürnberg, wo Helmut von Ciriacy-Wantrup wohnt, ein pensionierter Jurist (geboren Dezember 1949, Foto links), der zuletzt Vorsitzender Richter beim Oberlandesgericht Nürnberg war. Es stellte sich heraus, dass Helmut von Ciriacy-Wantrup nicht nur äußerst bewandert ist in der eigenen Familiengeschichte, sondern mehr noch: Er ist ein leiblicher Enkel des früheren Deilinghofer Pfarrers Paul von Ciriacy-Wantrup, wurde aber erst mehr als zwei Jahrzehnte (!) nach dem Tod des Großvaters geboren! Eigene Erinnerungen allerdings hatte der Enkel durchaus noch an seine Großmutter "Milly", des Pfarrers zweite Ehefrau, die ja aus Langenberg stammte. Es war ein Besuch, als sie von Bonn nach Nürnberg kam, woran er sich aus frühster Kindheit erinnert, und auch daran, dass sie eine bewusst christlich eingestellte Frau war.
Der Enkel Helmut von Ciriacy-Wantrup übermittelte uns per Mail den Familien-Stammbaum und schilderte aus der Familiengeschichte, dass der erste in der jüngeren Linie der "von Ciriacy-Wantrups" Heinrich Ludwig Wantrup 1812 geboren wurde und 1871 (vom Onkel seiner Ehefrau, dem Hans von Ciriacy) adoptiert und gleichzeitig in den Adelsstand versetzt wurde. Einer der Söhne dieses ersten von Ciriacy-Wantrup war dann der Pfarrer Paul von Ciriacy-Wantrup. Die Ciriacys und die Ciriacy-Wantrups, das war ein Geschlecht mit vielen bedeutenden höheren Offizieren und Beamten, einer war ein ganz bekannter Militärhistoriker, Ludwig Friedrich von Ciriacy (1786 bis 1829; vgl. die Abbildung aus dem Adels-Lexikon, unten).
Interessant war es, von Enkel Helmut von Ciriacy-Wantrup Genaueres über die Langenberger Zeit seines Opas zu hören, des hiesigen Pfarrers vor 1900. Dass der jung verwitwete Pfarrer dann sehr bald seine Milly Colsman heiratete, mit der er fünf Kinder hatte, brachte den Pfarrer mit der reichsten und bedeutendsten Familie der Stadt zusammen. Sein Schwiegervater war der Fabrikant und Kommerzienrat Dr. Emil Colsman (1848 bis 1942). Dabei ist es bezeichnend, dass der Doktortitel des Schwiegervaters ein theologischer (!) Ehrendoktortitel der Uni Bonn war, denn Emil Colsman war diakonisch ungemein aktiv und engagiert. Er gehörte seit 1875 dem Provinzial-Verein für Innere Mission an, der seinen Sitz in Langenberg hatte und war damit bis zu seinem Lebensende verbunden, ab 1904 als zweiter Vorsitzender und ab 1914 als erster Vorsitzender (bis 1930); auch war er verdienstvoller Vorsitzender der Ev. Stiftung Tannenhof, Remscheid-Lüttringhausen. Wir haben auch historische Dokumente aus dem Internet (aus den Jahren 1905 und 1908), in denen Pfarrer Paul von Ciriacy-Wantrup und sein Schwiegervater Kommerzienrat Emil Colsman als Mitglieder des gleichen Honoratioren-Gremiums genannt werden: des Kuratoriums des Realprogymnasiums Langenberg.
Die Familie Colsman ist bis heute eine ganz wichtige Familie in der Stadt Langenberg. Bei Wikipedia werden die wichtigsten und bekanntesten Bürger Langenbergs genannt, und wer in dieser Liste nachschaut, findet, dass neben einigen Colsmans bis heute auch der Name von Ciriacy-Wantrup vorkommt.



 


Interessanter Nachruf für den ehemaligen Deilinghofer Pfarrer, verfasst von dessen Frau Milly von Ciriacy-Wantrup, geb. Colsman, dankenswerterweise zugeschickt von Hans Colsman (aus: Nachrichtenblatt der Familie Colsman Nr. 1, 1926, Seite 7 f.):






 


Nicht weniger interessante Nachgeschichte dieser Recherchen über den Deilinghofer Pfarrer Paul von Ciriacy-Wantrup - eine Mail vom gegenwärtigen Deilinghofer Pfarrer, als er in einer Mail obige Darstellung geschickt bekam (die erste Gemeinschaftsarbeit, die Janz und Groth zusammen machten); Mail am Sonnabend, 1. April 2017 abends:
 

Lieber Bruder Groth,
Ihre Pfarrergeschichten sind einfach immer hochinteressant, auch diesmal wieder. Und da mich genealogische Zusammenhänge immer interessieren, habe auch mal schnell gegoogelt - und noch eine weitere Verbindung festgestellt. Vielleicht wussten Sie aber auch schon davon. Die
2. Frau des Paul v. Ciriacy-Wantrup, Emilie Mathilde Colsmann, war eine Cousine des berühmten Theologen Julius Schniewind.

Ahnenfolge Schniewind – Colsmann [vgl. https://gedbas.genealogy.net/person/show/1172525192]

             1 Heinrich (Heinrich) Ernst SCHNIEWIND    * 6.12.1813 Elberfeld

              oo 27.11.1839 in Lennep: Mathilde FUHRMANN

             2 Daniel Julius (Julius) SCHNIEWIND  * 14. 4. 1847

                oo 9.10.1873 in Hamburg: Elisabeth BURCHARD   * 1854   + 1924

             3 Julius (Julius) Daniel SCHNIEWIND   *28. 5. 1883 Elberfeld   + 7.9.1948 Halle/ Saale

             2 Anna Clara SCHNIEWIND   * 4. 9.  1845

             2 August Hermann SCHNIEWIND   *1. 11. 1858

             2 Friederika Mathilda (Mathilde) SCHNIEWIND   * 17.4.1853 Elberfeld  + 21.3.1933 Langenberg

                oo 13.9.1877 in Elberfeld:  Emil COLSMAN   * 17.2.1848 Langenberg   + 4.5.1942 Langenberg

              3 Emilie Mathilde COLSMAN  * 11. Januar 1880

              oo 10.11.1902 Paul VON CIRIACY-WANTRUP

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag
Manuel Janz


Mail am gleichen Abend zurück von Sümmern an Pfr. Manuel Janz

Super, lieber Bruder Janz!
Ich gebe zu, dass ich bei Durchsicht der Ahnentafeln ganz kurz an Schniewind-Verwandtschaft gedacht habe, aber ich habe den Beweis nicht gesehen. Und meinen Verdacht nicht weiterverfolgt.
Ich leite das hiermit dem Enkel weiter und werde Ihre Mail in die Webseite zu diesem Pfarrer einfügen… Der Enkel kennt sicherlich Julius Schniewind, aber er ahnt bestimmt nicht, wie nahe uns Julius Schniewind steht, denn der war ein guter…
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Friedhelm Groth

Dazu hier gerne weitere Informationen zum Theologen Julius Schniewind (er war auch der theol. Lehrer des früheren Superintendenten des Kirchenkreises Iserlohn Dr. Ottbrecht Weichenhan, der seinerseits in Schwerte im Gymnasium auch FGs Religionslehrer war...):

Erst der Link zum Schniewind-Artikel bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Schniewind
Und dann ein Text mit Bild von der empfehlenswerten Seite http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/nachlaesse/schniewind/schniewind1.htm

Julius Schniewind, pietistisch geprägter und musikalisch begabter Großkaufmannssohn, wurde am 28.5.1883 in Wuppertal-Elberfeld geboren und verstarb am 7.9.1948 in Halle (Saale). Nach Besuch des Gymnasiums in Elberfeld studierte Schniewind Theologie in Bonn, Halle und Marburg. Seine Lehrer waren Paul Feine, Karl Heim, Friedrich Loofs und Martin Kähler. 1910 erwirbt er in Halle den Licenteatengrad und lehrt dort bis 1914 als Privatdozent für Neues Testament. Während des ersten Weltkrieges ist Schniewind Feldprediger. Er kehrt 1921 als außerordentlicher Professor an die Hallenser theologische Fakultät zurück, wo er 1925 zum D. theol. promoviert wird. 1927 wechselt er als Ordinarius nach Greifswald, 1929 wird er an die Universität Königsberg berufen, wo er im regen Austausch mit Günther Bornkamm, Hans Joachim Iwand und Martin Noth steht. 1935 wird Schniewind nach Kiel zwangsversetzt und schon 1936 nach Halle berufen, wo er u.a. zusammen mit Ernst Wolf die Studentengemeinde leitet. Im März 1937 wird Schniewind abgesetzt, 1938 wird gegen ihn ein Dienststrafverfahren wegen seines Eintretens für die Bekennende Kirche eingeleitet. 1945 wird Schniewind wieder in die Professur eingesetzt; als Dozent und Probst des Sprengels Halle-Merseburg wirkt er entscheidend am Wiederaufleben des wissenschaftlichen und kirchlichen Lebens in Halle und der Kirchenprovinz Sachsen mit.
Schniewind, bedeutendster Schüler Martin Kählers, beeinflußt von Hermann Cremer, Adolf Schlatter und Sören Kierkegaard, verstand biblische Theologie als Wort Gottes, die tief im Alten Testament verwurzelt ist. Damit grenzte er sich deutlich von liberal-theologischen Positionen von Ferdinand Christian Baur bis Adolf von Harnack ab.
Schniewinds Programm der "geistlichen Erneuerung" verbindet glücklich die vielfach problematische Relation von frommer Schriftgläubigkeit und historisch-kritischer Bibelexe-gese. Die Anerkennung religions- und formgeschichtlicher Resultate hinderten Schniewind nicht, auf Anspruch und Anrede der Christusworte zu hören sowie die Zeichen der Zeit paulinisch als Zorn Gottes zu begreifen. Auf Rudolf Bultmanns Entmythologisierungs-programm und dessen existentialistischer Interpretation reagierte er in scharfer Ablehnung, das das Wort vom Kreuz dadurch nivelliert würde. Alternativ zu Bultmanns Mythologiebegriff schlug er die Deutung "mythologisch" als "Vorstellungsweise" vor, "in der das Unanschauliche anschaulich erscheint" (Kergyma und Mythos 1 [1948], 87).
Schniewinds Hauptinteresse galt der neutastamentlichen Exegese und der seelsorgerlichen Praxis. Diesen Dienst verstand er als mutua consolatio fratrum. Seine Kommentare zu Markus und Matthäus, die in der von ihm mitbegründeten Reihe "Neues Testament Deutsch" erschienen, sind heute noch lesenswert.
Schniewinds Nachlaß spiegelt seine weit gefächerte Tätigkeit als Neutestamentler und Seelsorger wider.
In den Zugangsjournalen der ULB Halle findet sich kein Hinweis, wann und durch wen Schniewinds Nachlaß in die Bibliothek gelangte. Er erhielt die Signatur Yi 25. Diese weist ihn auch in dem Verzeichnis "Gelehrten- und Schriftstellernachlässe in den Bibliotheken der Deutschen Demokratischen Republik", Teil I, Berlin 1959, auf S. 79, Nr. 560, nach.

Zeitlicher Umfang: 1905-1948
Umfang des Nachlasses: 18 Archivkartons