Nicht nur Pfarrer waren bedeutende und einflussreiche Christen in Deilinghofen…

Zur großen Deilinghofer Lehrerfamilie Schauff im 19. und 20. Jahrhundert


Von Friedhelm Groth
    
(für das "Deilinghofer Käseblättchen", Heft Februar 2018)



Druckversion PDF-Datei (aktualisiert, nun: 22  Seiten) HIER

 


In unserer bisherigen historischen Darstellung der Deilinghofer Pastorenschaft im "Käseblättchen" haben wir begonnen mit Pfarrer Gottfried Dümpelmanns Tod 1791 und dessen Nachfolger Johann Daniel Müller (in Deilinghofen 1791 bis 1797). Inzwischen sind wir im Jahr 1929/1930 gelandet  – der Zeit nach dem nicht ganz freiwilligen Weggang Pfarrer Paul Axthelms aus Deilinghofen. Wir haben in diesen Episoden im Käseblättchen unter anderem dargestellt, wie das alte Vereinshaus des heutigen CVJM gebaut wurde und auch die „neue“ Schule (zwischen Café Heermann und dem Parkplatz des Martin-Luther-Hauses) – und wie da Deilinghofer Pfarrer maßgeblich tätig waren.

Genau an diese Stelle passt ein „Intermezzo“ über eine bedeutende Lehrerfamilie, nämlich die Geschichte der großen Familie von Friedrich Wilhelm Schauff sen. (1849-1933) und seiner Frau Friederike Schauff, geb. Alberts (1859-1911), die aus Sundwig stammte. Schauff kam Ostern 1875 als junger Lehrer nach Deilinghofen und zog ein in das ‚Kantor- und Küsterhaus‘ (das ist das Haus neben dem Martin-Luther-Haus an der Hönnetalstraße, in dem vorher auch das Gemeindebüro untergebracht war). In diesem Haus wurden dem Lehrer Schauff und seiner Ehefrau Friederike (Hochzeit 1878) acht Kinder geboren.

In der näheren Umgebung gibt es heute noch einen Enkel dieses „alten Schauff“, der uns in einem Gespräch Informationen aus der Familie vermittelte und uns  freundlicherweise dieses schöne Familienfoto zur Erstveröffentlichung überließ:



Man sieht auf dem Familienbild Vater Friedrich-Wilhelm Schauff mit Ehefrau Friederike geb. Alberts, und deren sieben Söhne
(rechts stehend die Zwillinge Wilhelm und Herrmann) sowie die einzige Tochter Hanna Schauff (die unverheiratet blieb).

Wichtige schriftliche Zeugnisse zur Geschichte der Familie Schauff verdanken wir dem heimatkundlich interessierten Journalisten i.R. Paul Kramme (früher IKZ). Dieser hat in seinem Band "Aus der Heimat für die Heimat" (Hemer 2013) einige Fundstellen zur Familie Schauff aus alten Ausgaben des "Märkischen Landboten" zugänglich gemacht. Darüber hinaus hat Paul Kramme uns zu Schauff ein von ihm ausfindig gemachtes wichtiges Dokument aus der "Deutschen Lehrerzeitung" des Jahres 1920 in Kopie geschenkt (Deutsche Lehrerzeitung, 33. Jahrgang 1920, Nr. 37 vom 11.9.1920). In diesem Artikel wird recht ausführlich zum 50jährigen Lehrerjubiläum von Hauptlehrer Friedrich-Wilhelm Schauff dieses Fest sowie Leben und Wirken des Jubilars geschildert. Davon ist hier einiges zu zitieren.

Der Artikel beschreibt, dass Friedrich Wilhelm Schauff (geb. 1859 in Elfringhausen bei Hattingen) in der Präparandenanstalt Schildesche (heute Bielefeld) und im Seminar in Petershagen ausgebildet wurde und dann seine erste Stelle als junger Lehrer in Berleburg hatte (ab 1870). Schauff "wurde dann Klassenlehrer in Barmen und kam zu Ostern 1875 nach Deilinghofen, wo er seitdem gewirkt hat. Er hätte wohl, da er im Laufe der Zeit die Mittelschul- und die Rektorprüfung ablegte, andere und besser dotierte Stellen haben können. Aber die überaus reiche Tätigkeit als Lehrer, als Organist und Rendant der Kirchengemeinde, als Leiter des Jünglingsvereins, dem er zu einem eigenen Vereinshause verholfen hat […], hat ihn immer wieder festgehalten. Zudem ist die Gegend um Deilinghofen ein liebliches Fleckchen Erde, und da er in der Nähe seine Frau gefunden hatte, und das Kantorhaus sich nach und nach mit Kindern füllte (außer einer Tochter sind es sieben Söhne, von denen fünf im Lehrerberufe stehen), ließ auch das Familienleben den Gedanken an einen Wechsel zurücktreten."

Das bedeutet: 1920 hatte Schauff 45 seiner 50 Amtsjahre als Lehrer in Deilinghofen verbracht und viele Kinder des Dorfes als Lehrer erzogen und geprägt und zudem auch durch seine führende Rolle im Jünglingsverein im Vereinshaus sehr vielen den christlichen Glauben näher gebracht, ferner auch kirchenmusikalisch als Organist in der Stephanuskirche gewirkt. Ein über 80-jähriger Zeitzeuge aus dem CVJM schilderte uns aus der Erinnerung, dass "praktisch alle Schauff-Kinder musikalisch waren und fast alle auch Orgel spielten".

In Gerd Herchenröders bebilderter Darstellung der Geschichte der Deilinghofer Schule (300 Jahre Schule Deilinghofen [Deilinghofen 1994]) spielt unser Friedrich Wilhelm Schauff eine große Rolle; er wird dort mehrmals abgebildet, und es wird auf die von ihm verfasste Schulchronik zurückgegriffen. Und auch im Blick auf den 1881 gegründeten Jünglingsverein (d.h. den heutigen CVJM Deilinghofen) kann man in Lehrer Friedrich Wilhelm Schauff einen der Mitbegründer und führenden Gestalten sehen: sechs Jahre, nachdem Schauff nach Deilinghofen kam, wurde 1881 von Pfarrer Max Johannes Josephson der Jünglingsverein gegründet, und auch beim Erbauen des Vereinshauses war - wie oben vermerkt - Schauff bei den Verantwortlichen.

Wir haben zwei Bilder des CVJM von dessen 50-jährigen Bestehen im Jahr 1931 (vgl. auch den Zeitungsartikel). Da ist (Foto links) der "alte Schauff" zu sehen als greiser Patriarch in der Mitte sitzend - zusammen mit den drei Deilinghofer Pfarrern (von links) Niederstein, Witteborg und (rechtsaußen) Gobrecht, die bei diesem Jubiläum zugegen waren. Zwischen Witteborg und Gobrecht sieht man auf diesem Foto Schauffs Sohn und Lehrernachfolger Wilhelm Schauff jun., der im Vorstand des CVJM bis nach dem zweiten Weltkrieg eine führende Stellung einnahm.

Auf dem anderen Gruppenbild vom CVJM-Jubläum 1931 (rechts unten; das wie das vorgenannte schon einmal im Käseblättchen veröffentlicht wurde) ist auch Pfr. Witteborg (im Talar) zu sehen und vorne rechts Pfr. Gobrecht.
Was der alte Schauff mit den Deilinghofer Pfarrern zu tun hatte, beschreibt schön der genannte Artikel aus der "Deutschen Lehrerzeitung": Deilinghofen habe immer bedeutende Pfarrer gehabt, die in jungen Jahren nach Deilinghofen kamen und dann den Ort verließen und hernach anderswo neue Herausforderungen annahmen. Diesen hoffnungsvollen jungen Theologen sei Hauptlehrer Friedrich Wilhelm Schauff "ein treuer Berater und Mitarbeiter gewesen, was sich schon darin zeigte, daß drei von den fünf Pfarrern, die während seiner Amtszeit in Deilinghofen tätig gewesen sind, zur Jubelfeier [im Jahr 1920] erschienen waren" [gemeint sind die Pfarrer Witteborg, Ciriacy-Wantrup und Niederstein]. Deilinghofens Ex-Pfarrer Witteborg nannte in seiner Rede Schauff gar seinen "Seelsorger" , mit dem er in einem besonderen "Freundschaftsverhältnis" gestanden habe, was einschließe, dass sie sich "offene Kritik der gegenseitigen Arbeit versprochen" hätten.

Im gleichen Artikel aus der "Deutschen Lehrerzeitung" ist auch vermerkt, dass Schauffs Pädagogik an Gedanken der Pädagogen Herbart und Dörpfeld orientiert war und dass er geistlich-theologisch ein Mann der Herrnhuter Brüdergemeine war (die ja seit Dümpelmanns Zeiten in Deilinghofen durchaus eine Rolle spielte). Wobei die Pädagogik Friedrich Wilhelm Dörpfelds, der lange Zeit in Barmen wirkte, auch einen pietistischen Einschlag hat…

Bei Paul Kramme kann man im "Märkischen Landboten" zum 20.10.1920 lesen, dass der ältere Schauff aus Arnsberg die Genehmigung erhielt, nach 50 Jahren in Ruhestand zu gehen (S. 60) und dass sein Sohn Wilhelm Schauff im Dezember 1920 seine Deilinghofer Stelle als "evang. Lehrer" endgültig antreten konnte (S. 62). Im gleichen Band Krammes wird auf S. 290 f. ausführlich auch am 15. 6.1931 auf die (oben mit zwei Fotos dokumentierte) 50-Jahrfeier des Jünglingsvereins Deilinghofen eingegangen. Beim Festakt habe der Ortspfarrer Karl Gobrecht über Worte aus Ps. 100 und Ps. 46 gepredigt, worauf die Reden folgten. "Hauptlehrer Schauff nahm als Jubilar und Mitbegründer des Vereins das Wort: Der Jugend empfahl der alte Herr mehr Lektüre der Bibel!" In einer der weiteren Reden erzählte Pfarrer Witteborg aus der "guten alten Zeit", "wie man zu einem Vereinshaus kam", und gedachte in dem Zusammenhang auch "der großen Verdienste des alten Herrn Schauff" (alle Zitate S. 291; der Original-Zeitungsartikel hier).

Kurz nach Hitlers Machtergreifung (am 31.1.1933) - davon berichtet auch der "Märkische Landbote" (Kramme, S. 350) - war Friedrich Wilhelm Schauffs Lebensweg in Deilinghofen an sein Ende gekommen. Das fand in der Zeitung so Niederschlag: "Deilinghofen, 16. Februar. Totenglocke. Eine traurige Kunde durcheilte gestern morgen unseren Ort. In den frühen Stunden des Mittags war der Hauptlehrer i.R. Friedrich Schauff hinübergeschlummert in ein besseres Jenseits […] Er war ein vorzüglicher Jugendbildner. […] Erwähnenswert ist noch besonders, dass Hauptlehrer Schauff 20 jungen Leuten aus Deilinghofen eine Vorbereitung gab, daß sie Lehrer werden konnten bzw. ihre Aufnahme auf dem Seminar ermöglicht wurde. […] Nun hat der Herr den in biblischen Alter Stehenden, der unter sieben Pastoren im kirchlichen Leben Deilinghofens wirkte, abberufen" (Kramme, S. 353).

Wir haben auf die gesamte Lehrerfamilie Schauff ein wenig genauer einzugehen und anzuzeigen, wie sie in Deilinghofen und Hemer weiter wirkten. Fünf der sieben Söhne seien Lehrer gewesen, war oben zu lesen. Wir zählen nach Familieninformationen alle acht Kinder hier auf:
(1) Friedrich Wilhelm Schauff jun. (1879-1965, u.a. Seminarlehrer, dann Rektor in Wuppertal, nach Bombenangriff 1943 schwer verletzt und wieder nach Deilinghofen gekommen); (2) Paul Schauff (1880-1950; Promotion zum Dr. phil., dann in Berlin als Studienrat in Mathe und Physik, schrieb Schulbücher); (3) Hans Schauff (1884-1966; war Lehrer in Hemer, wohnte in der Ostenschlahstraße, im Krieg auch Lehrer in Ispei); (4) Adolf Schauff (1889-1961; Lohnbuchhalter bei Fa. Giese in Westig); die Zwillinge (5) Hermann Schauff (1892-1968; angeblich der „intelligenteste von allen“, gelernter Lehrer, zog sich kriegsbedingt ein Psycholeiden zu, das ihn behinderte und (6) Wilhelm Schauff (1892-1960; als Deilinghofer Lehrer - 1921 bis 1958 - und auch als CVJM-Vorstandsmitglied in des Vaters Fußstapfen; ab 1949 war er „Hauptlehrer“); (7) Johanna („Hanna“) Schauff (1894-1989, unverheiratet gebliebene einzige Tochter; nach dem Tod der Mutter 1911 versorgte sie ihre ledigen Brüder, auch dann im neuen Schauff-Haus in der Kantstraße in Iserlohn); last not least (8) Gottfried Schauff (1900-1960; wohnte später in der Nockenstraße in Hemer, beruflich auch bei Fa. Giese).

Was den hier genannten Hauptlehrer Wilhelm Schauff angeht, der in Deilinghofer Schule fast vier Jahrzehnte leitend tätig war (er war noch mehr als 10 Jahre Kollege des verstorbenen, aber allseits bekannten späteren Schulleiters Hanskarl Franke!), so ist dieser Deilinghofer Schulmann auch durch und durch ein CVJMer: Die Durchsicht des Vorstand-Protokollbuchs des Deilinghofer CVJM (zu den Jahren von 1935 bis 1958) zeigt, dass unter den Leitungsverantwortlichen Wilhelm Schauff auch in geistlicher Hinsicht eine eminent wichtige  Persönlichkeit war.          

Und zum Haus Schauff in Deilinghofen (neben dem heutigen Martin-Luther-Haus), das wir ‚Küster- und Kantorshaus‘ nannten und in dem alle acht Kinder groß wurden und in dem später der genannte Hauptlehrer Wilhelm Schauff jun. wohnte, sind Bemerkungen von Gerd Herchenröder aufschlussreich: Dessen genanntes Heft „300 Jahre Deilinghofer Schule“ zeigt (S. 20), dass die „Ämterkopplung von Lehrer, Küster und Organist“ (die zwei Jahrhunderte Bestand hatte) in der Zeit des alten Hauptlehrers Schauff aufgegeben wurde, nämlich am 1. 10.1923.    

An gleicher Stelle liest man,  dass dessen Sohn Lehrer Wilhelm Schauff im Küsterhaus das Wohnrecht behielt bis Oktober 1957, weil er bis dahin Deilinghofer Organist war.

In unserem Zusammenhang aber ist für die Deilinghofer Heimatkunde der oben genannte Seminarlehrer Friedrich Schauff hier abschließend herauszuheben. Von diesem stammt ein Erbstück, das den Verfasser dieser Zeilen maßgeblich dazu inspirierte, sich näher und intensiver mit Deilinghofer Kirchengeschichte zu beschäftigen. Nach dem Tod von Hanna Schauff brachte 1991 Frau Wilhelmine Eßbaum aus Iserlohn, Hannas beste Freundin, eine Heimatmappe über die Deilinghofer Kirchengeschichte ins Deilinghofer Pfarrhaus. Sie wurde mir als Pfarrer, der sich mit Heimatkirchengeschichte beschäftigte, zu treuen Händen übergeben. Es handelt sich um einen wertvollen Ordner mit alten Sammelstücken, aber auch Ausarbeitungen, z.B. auch über Pfarrer Dümpelmann, den ich damals noch gar nicht kannte. Diese Mappe hatte Hanna Schauff von Friedrich Schauff, ihrem klugen heimatkundigen Bruder, der 1958 starb, erhalten, und dieses Erbstück wurde der Grundstock, dass wir tiefer in die spannende Vergangenheit Deilinghofens eintauchten. Friedrich Schauff wird auch im Folgeabschnitt über Pfarrer Karl Gobrecht weiter eine Rolle spielen.

 


Nachträge und Beilagen zur Deilinghofer Lehrerfamilie Schauff:
 

 

Grabstein der alten Eheleute Schauff auf dem bis heute bestehenden Familiengrab auf dem Deilinghofer Friedhof) - zwei weitere Schauff-Grabsteine sind da zu sehen, einer auch mit der Aufschrift "Geschwister Schauff" (Foto: Friedhofsverwalterin Beatrix Schröder, Deilinghofen).
Inschrift des Grabmals:               
„Friederike Schauff, geb. Alberts. / geb. 2. Okt. 1859. / gest. 16. Sept. 1911.     
Friedrich Schauff / geb. 29. April 1849. / gest. 15. Febr. 1933. //               
Ich will singen von der Gnade des Herrn ewig, Ps. 89,2.“




Zum Grabstein passend der Deilinghofer Kirchenbucheintrag des alten Schauff             
Friedrich Wilhelm Schauff sen. am 15.2.1933: „83 Jahre, 9 Monate, 16 Tage“…



Das Küster- und Lehrerhaus heute (damals lautete die Adresse nach dem Adressbuch von 1905: Deilinghofen, Hausnummer 111, heute: Hönnetalstr. 260, Geburtshaus der Schauff-Kinder; links am Bildrand das Martin-Luther-Haus Deilinghofen)



Dieses Haus
(Foto FG 2017) war das Deilinghofer Schulhaus in der Zeit der Schauffs (bis zum Umzug in die heutige Schule am Brockhauser Weg im Jahr 1957)   
 


 

Familienbild Friedrich Wilhelm Schauff und Friederike Schauff, geb. Alberts (Dank an Ingrid Lehmann), ca. 1885, als erst die drei ältesten Junge da waren, Friedrich, Paul und Hans
 

 

Lebenslauf 1884 Friedrich Wilhelm Schauff (Dank wieder an Ingrid Lehmann) – als Schauff  noch junger Vater dreier Kinder war...         

In diesem Lebenslauf heißt es zum Schluss:
Friedrich Wilhelm Schauff „folgte Ostern 1875 einem Rufe an die erste Stelle der hiesigen dreiklassigen Schule. Im Jahre 1878 trat ich mit der Tochter des Mühlenbesitzer Alberts in Sundwig in die Ehe, in welcher mir Gott 3 Kinder schenkte.
Deilinghofen, den 21. Mai 1884.
Schauff, Lehrer [mehr zur Sundwiger Mühle als "Deilinghofer Außenstation" - geprägt von der Frömmigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine]
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Aus der 18-seitigen maschinenschriftlichen Version der Mühlenchronik "Familiengeschichte Renzing - Alberts. Zur Nachricht geschrieben von Joh. Gottf. Renzing, geb. 1784" (Geschenk von Peter Alberts, dem Vater des jetzigen Mühlenbesitzers Johannes Alberts) liest man zum genannten Mühlenbesitzer und zur ältesten Tochter des Mühlenbesitzers (S. 9):
"Nun schreibt Joh. Peter Alberts weiter [geb. am 29.4.1929 in Alfrin bei Herscheid; Kinder außer der ältesten Tochter Friederike - s.u.: 2. Sophie Hermine, geb. 27.1.1861, 3. Gottfried Dietrich geb. 26.9.1863, 4.Luise, geb. 15.8.1866 - alle Daten von FG zugefügt - stehen aber auf der gleichen Seite der Familienchronik weiter unten]:
[...]
1858 am Freitag, den 17.September bin ich mit Johanna Renzing in Stand der Heiligen Ehe getreten. Des Tages Losung hieß: Wie köstlich sind vor mir Gott Deine Gedanken. Wie ist ihrer eine so große Summe. Ps. 139 v.17
Seine seelgen Friedsgedanken bleiben doch bis wir ihn sehn und auf ewig ohne Wanken allemal die köstlichsten.
1859 am 2ten Oktober ist unsere Tochter Friederica geboren. Losung hieß: Er macht's,wie Er will, beide mit den Kräften im Himmel und denen so auf Erden wohnen; und niemand kann Seiner Hand erwehren, noch zu ihm sagen, was machst Du?
[...]

Die älteste Tochter Friederike ist am 2ten Oktob. 1875 [muss heißen: 1878] an ihrem 19.Geburtstag mit Lehrer Fritz Schauff zu Deilinghofen in den Stand der Ehe getreten. Die Trauung vollzog Pastor Varnhagen zu Hemer. Seiner Traurede legte er die Tageslosung zugrunde".
Aus der Sicht des o.g. Friederike-Bruders Gottfried Dietrich (geb. 1863) heißt es in der gleichen Chronik (S.10): "Von meinen Geschwistern waren Friederike und Sophie 1 Jahr in Neuwied bei Hüber in Pension [Neuwied ist ja auch der bekannte Zentralort der Herrnhuter Brüdergemeine in jener Zeit!], Luise in Soest bei den Schwiegereltern von Pastor [später Superintendent] Pake, Hotel Voßwinkel."
 

 



Deilinghofer Lehrerkollegium 1917 oder 1918 (Foto erhalten von Ursula Franke, Deilinghofen)
(von links: Frl. Stenner Deilinghofen aus der Familie von Bäcker Stenner, Friedrich Wilhelm Schauff sen., die Lehrer Bachmann und Lemcke, Frl. Albedyhl aus Iserlohn)
 



Gruppenbild Friedrich Wilhelm Schauff sen. (Foto von Ingrid Lehmann, Troisdorf),  vorn sitzend  als dritter von links, in der stehenden Reihe dahinter die Zwillingssöhne Hermann und Wilhelm (erster und dritter von rechts, fünfte von rechts: Tochter Johanna; der Herr mit Hut ist wohl ein Gast aus der Mission)



Brief an den älteren Schauff 1906:        
Die Deilinghofer aufgenommen in den Westfälischen Jünglingsbund   
(Leihgabe von Martin Reininghaus, Hemer)
    

50-Jahrfeier des Jünglingsvereins, Artikel vom 15.6.1931: Festartikel im Märkischen Landboten
(Dank an Stadtarchivar Eberhard Thomas, Hemer)



Zum Tode von Friedrich Wilhelm Schauff sen. am 15.2.1933
(Dank für folgende drei Dokumente an Stadtarchivar Eberhard Thomas, Hemer)








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Fundstücke aus dem Internet zum Leben und Wirken des Zweitältesten der acht Schauff-Kinder: Dr. Paul Schauff

Dieser Ausschnitt findet sich auf S.22 des Büchleins von Albert Schaefer, Städtische höhere Mädchenschule, Duisburg 1908 (28 Seiten); der weitere Zusammenhang hier:



"Zu Ostern 1909 wählte das Kuratorium den Herrn Dr. Schauff, Oberlehrer am Königl. Gymnasium zu Minden i. W. zum Nachfolger.
Dr. Paul Schauff wurde zu Deilinghofen bei Iserlohn 1880 geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Iserlohn, und weiter das Gymnasium in Gütersloh, wo er Ostern 1900 die Reifeprüfung bestand. Darauf studierte er in Göttingen, Berlin und Münster Mathematik und Naturwissenschaften und erhielt in Münster am 1. Dezember 1904 das Zeugnis für das Lehramt an höheren Schulen, wurde dann dem Realgymnasium in Münster zur praktischen Ausbildung überwiesen. Doch von Ostern 1905 ab am Königlichen Gymnasium nebst Oberrealschule zu Minden i.W. zur Vertretung herangezogen. Hier hat er auch sein Probejahr abgeleistet. Am 21. Mai 1906 wurde er auf Grund einer Dissertation über die Geodätischen Linien auf einem Kegel zum Dr. phil. promoviert, zum 1. Oktober 1906 als Oberlehrer in Minden angestellt und zum 1. April 1908 an die städtische Mädchenschule in [Duisburg...]."

Fundort im Internet zu Obigem abgerufen am 9.2.2018)::
https://books.google.de/books?hl=de&id=yc03AAAAYAAJ&dq=Albert+Schaefer+sCHAUFF&focus=searchwithinvolume&q=Schauff 

Schauffs Dissertation über Google-Books (abgerufen am 9.2.2018): https://books.google.de/books/about/%C3%9Cber_die_geod%C3%A4tischen_Linien_auf_einem.html?id=BM4TAQAAIAAJ&redir_esc=y 
Bibliografische Informationen
Titel Über die geodätischen Linien auf einem Kegel
Autor Paul Schauff
Verlag Buchdruckerei R. Noske, 1906
Original von University of California
Digitalisiert 30. Juni 2009
Länge 44 Seiten
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Die genannte Dissertation Schauffs findet sich auch vom Titel her im Internet - mit diesen Angaben:
Paul Schauff. FOREIGN DISSERTATION 63786 ÜBER DIE GEODÄTISCHEN LINIEN AUF EINEM KEGEL INAUGURAL-DISSERTATION ZUR ERLANGUNG DER DOKTORWÜRDE EINER HOHEN PHILOSOPHISCHEN UND NATURWISSENSCHAFTLICHEN FAKULTÄT DER KÖNIGL. UNIVERSITÄT MÜNSTER I. W. VORGELEGT VON PAUL SCHAUFF AUS DEILINGHOFEN I. W. LIBRARY JUL 27 1953 | ÜNIVERSll BORNA-LEIPZIG BUCHDRUCKEREI ROBERT NOSKE 1906.

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Geburtsurkunde nach der Geburt von Friedrich  Wilhelm Schauff jun. im Jahr 1879 (Dank an Stadtarchivar Eberhard Thomas, Hemer)




Geburtsurkunde nach der Geburt von Gustav Adolf (Dank an Stadtarchivar Eberhard Thomas, Hemer)





 Geburts- und Taufeintrag der Schauff-Zwillinge im Deilinghofer Taufbuch für 1892:  „August Hermann“ ist eine Viertelstunde älter als „Gottlieb Wilhelm“, beide geboren am 26. Mai…

 



Standesamtliche Geburtsbescheinigung für Wilhelm Schauff, den späteren Lehrer in Deilinghofen
(Dank an Stadtarchivar Eberhard Thomas, Hemer)



 

Hauptlehrer Wilhelm Schauff mit einer Schulklasse vor der Schule an der Deilinghofer Hönnetalstraße (Bild von Ingrid Lehmann)


 

Deilinghofer CVJM-Familienfeier am 13. Februar 1953 – protokolliert im genannten Protokollbuch vom Schriftführer Wilhelm Schauff in dessen Handschrift (im Schlussteil wurden „neue Medien“ eingesetzt: Schallplatte von der CVJM-Großveranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle 1952 mit Bundeswart Pastor Johannes Busch, dem Bruder von Wilhelm Busch, Essen)



 

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Geburts- und Taufeintrag des einzigen Schauff-Mädchens im Deilinghofer Taufbuch für 1894:  „Johanna Wilhelmine“ (Hanna), geboren am 28. April, vormittags um 8 Uhr…
 

 

 

 

 

Wie Friedhelm Groth mit den Schauffs zu tun bekam…             
 

 

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Hier folgen einige ergänzende und korrigierende Bemerkungen von Ingrid Lehmann, geb. Steyer aus Troisdorf (per Mail am 9. und 10. 2.2018). Ingrid Lehmann ist die Enkelin des oben genannten Friedrich Wilhelm Schauff jun.: Ihre Mutter heiratete als Kriegerwitwe in zweiter Ehe Paul Schauff, den Sohn von Friedrich Wilhelm Schauff jun. (1879-1965). Ingrid Lehmann ist familiengeschichtlich sehr versiert und verfügt über viele Dokumente und Bilder. Seit Jahrzehnten unterhalten die Troisdorfer Eheleute Lehmann die Deilinghofer Familiengrabstätte Schauff – siehe vorne. Ein kleiner Ausschnitt aus Infos, die Ingrid Lehmann uns mailte, folgt abschließend hier:

 


Friedrich Wilhelm Schauff sen. war verheiratet mit Friederike Sophie Maria Alberts
(geb. am 2.10.1859 in Sundwig, gest. am 16.9.1911 in Deilinghofen). Sie stammte aus der Sundwiger Mühle, die heute noch der Familie Alberts gehört. Die Eheleute hatten nicht acht, sondern zehn Kinder! Zwei von ihnen, die beide auf den Namen Karl getauft waren, starben allerdings im Alter von zwei Jahren bzw. drei Wochen


Friedrich Wilhelm Schauff jun.
, mein Großvater
[...]
Nach meinen Aufzeichnungen, die ich 2010 noch von meiner Mutter habe korrigieren lassen, war Friedrich Schauff Seminaroberlehrer am Seminar in Recklinghausen, später Rektor einer Schule in Wuppertal-Elberfeld (nicht Barmen). Vielleicht war er versetzt worden, weil die Lehrerseminare aufgelöst und stattdessen die Pädagogischen Hochschulen aufgebaut wurden. Mit Barmen gab es aber auch viele Beziehungen. Eine Schwester meiner Großmutter Schauff war mit dem Missionsdirektor Flicker in Barmen
verheiratet. [...] [FG: Wilhelm Flicker (1879-1944; Inspektor 1926-1944)]
Beim Großangriff auf Elberfeld in der Nacht vom 24. zum 25. 6.1943 brannte auch die Schule und die darüber liegende Wohnung von Schauffs. Als das Ehepaar Schauff mit einem Lastwagen versuchte, zu ihren Verwandten nach Barmen zu gelangen, stürzte eine Hauswand auf den Lastwagen. Großmutter Schauff starb. Der Großvater wurde schwer verletzt, ein Bein musste amputiert werden. Er zog dann in sein Elternhaus nach Deilinghofen, wo sein Bruder Wilhelm jetzt Lehrer war. Wilhelm Schauff lebte dort zusammen mit seinem Bruder Hermann und seiner Schwester Johanna, die den Brüdern den Haushalt führte. […] 

Schauff, Hermann […] Hier ein paar Daten, die Friedrich Schauff jun. notierte: „Schauff, Hermann, geb. 26.5.1892, ev. Volksschule 1898-1904, Gymnasium Gütersloh 1904-06, Präpar., Herdecke 07- 09, Hilfsfr. 09-10, Seminar Recklinghausen 10-13, Lehrer in Alertshausen, vorzeitig pensioniert 1927. leicht nervenkrank durch Kriegsverschüttung in Russland. Musikalisch, Orgelspiel“ .


Schauff, Paul sen
. (geb. 19.10.1880, gest. 10.3.1950 in Berlin), der „Berliner Schauff“, war Dr. phil., Studienrat für Mathematik und Physik; er verfaßte Schulbücher. Den Titel „Professor“ hat er nicht mehr erhalten, da dieser vom Jahrgang Paul Schauffs an für Gymnasiallehrer nicht mehr verliehen wurde.

Schauff, Johannes („Hans“) geb. 8.10.1884, gest. 16.3.1966 

Schauff, Gottfried, geb. 28.1.1900, gest. 9.3.1960 

 


 

 

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